Wie die Narrenzunft zu ihrem "Scheublintisch" kam
Im Jahre 1988 feierte die Markdorfer Narrenzunft mit einem grossen Festumzug "1488 - 1988 Fünfhundert Jahre Markdorfer Fasnacht".
Manfred Ill hatte im Markdorfer Pfarrarchiv eine alte Schrift gefunden, die von einer Fasnachtszeche, von einer "Bruderschaft zum Scheublintisch" berichtet.
Seit Jahren hatten angesehene Bürger der Stadt eine besondere freundschaftliche Beziehung und haben sich am Aschermittwoch und Donnerstag danach zu einer Fasnachtszeche zusammengesetzt. 1488 gründeten sie offiziell eine Bruderschaft, was man heute als eingetragenen Verein bezeichnen würde. Mitglieder waren Bürgermeister, Ratsherren, Stadtbeamte, Schulmeister, Pfarrer und Kapläne. Das Festmahl fand an einem scheublin, einem runden Tisch statt, woher die Bruderschaft auch ihren Namen bekam. Doch dachten die Mitglieder der Bruderschaft bei gutem Essen und Wein nicht nur an ihr eigenes leibliches Wohl, sondern sie gedachten auch dem "Lobe Gottes und der abgestorbenen Seele zum Trost".
Zum Andenken an die 500 Jahre alte Tradition stellte die Narrenzunft im Mai 1988 vor dem Zunfthaus Obertor einen Scheublintisch aus Stein auf und gedenkt in einem jährlichen Gottesdienst ihrer verstorbenen Mitglieder.
